Organisation der Lehre / weitere Angebote

Berufsschulstart ohne Lehrvertrag / späterer Lehrbeginn

Dass ein Lehrvertrag nicht vor Beginn der Sommerferien unterzeichnet sein muss, ist nicht allen Lehrstellensuchenden bewusst und bekannt. Die entsprechenden Fristen in den einzelnen Kantonen sollten in der jetzigen Situation deutlich kommuniziert werden, damit Lehrstellensuchende ermutigt werden, weiter eine Lehrstelle zu suchen.

Ausserdem können Kantone die Möglichkeit des Berufsschulstarts ohne Lehrvertrag anbieten.


Basislehrjahr

Beim Basislehrjahr handelt es sich um eine spezielle Form des ersten Lehrjahrs einer beruflichen Grundbildung. Ziel ist es, die Lernenden in den beruflichen Grundfertigkeiten zentral in einem Bildungszentrum auszubilden, um so die Lehrbetriebe zu entlasten. Ab dem zweiten Lehrjahr wird die berufliche Grundbildung im Lehrbetrieb weitergeführt.

Beispiele:

Varianten der Umsetzung im ICT Bereich:

  • Lehrvertrag für alle Lehrjahre mit dem Betrieb.
  • Lehrvertrag für das Basislehrjahr mit dem Ausbildungszentrum, danach Übernahme durch den Betrieb für die restlichen Lehrjahre mit einem verkürzter Lehrvertrag mit dem Betrieb.
  • Lehrbetriebsverbund: der Betrieb stellt den Ausbildungsplatz dem Lehrbetriebsverbund zur Verfügung. Die Lernenden schliessen den Vertrag mit dem Ausbildungszentrum ab und arbeiten ab dem zweiten Lehrjahr beim Lehrbetrieb.

Auch die überbetrieblichen Kurse (ÜK) des zweiten Lehrjahres können bereits im Basislehrjahr durchgeführt werden.

Beispiele


Lehrbetriebsverbünde

Ein Lehrbetriebsverbund ist ein Zusammenschluss von mehreren Betrieben, die alleine nicht ausbilden können resp. wollen. Die Betriebe ergänzen sich mit ihren Tätigkeiten und können so Lernenden eine umfassende Bildung in beruflicher Praxis gewährleisten.

Informationen und Merkblätter des SDBB zum Thema Lehrbetriebsverbünde.

Beispiele:


Brückenangebote

Brückenangebote sind Bildungsangebote, die nach der obligatorischen Schulzeit auf eine berufliche Grundbildung vorbereiten. Sie sollen Jugendlichen durch weitere Qualifizierung eine höhere Chance auf dem Lehrstellenmarkt ermöglichen. Einerseits werden dadurch Bildungsdefizite am Ende der obligatorischen Schulzeit aufgearbeitet, andererseits erfolgt eine Einführung in die berufliche Praxis. Brückenangebote dienen auch der Berufsfindung. Sie dauern bis zu einem Jahr.

Folgende Typen werden unterschieden:

Schulische Brückenangebote
Hier geht es ausschliesslich um die Vermittlung von Allgemeinbildung ohne Praxisanteil. Meistens handelt es sich um Berufswahljahre, Berufsvorbereitungsschulen sowie Integrationsklassen und -kurse.

Vorlehren
Die Vorlehre ist ein Brückenangebot mit einem praktischen sowie einem schulischen Bildungsteil. Der schulische Teil dauert in der Regel zwei Tage pro Woche, der praktische Teil, der in einem Betrieb absolviert wird, drei Tage pro Woche. Manchmal findet die praktische Ausbildung auch in einer schuleigenen Werkstatt statt.

Vorkurse
Das sind Brückenangebote der Berufsfachschulen mit Praxisteil in schuleigenen Werkstätten oder Ateliers.

Motivationssemester (SEMO)
Motivationssemester sind ein Angebot der Arbeitslosenversicherung. Sie werden in erster Linie von Jugendlichen genutzt, welche die Schule abgeschlossen oder eine weiterführende Ausbildung abgebrochen und noch keine Lehrstelle gefunden haben. Ziel ist es, den Jugendlichen oder jungen Erwachsenen eine Lehrstelle bzw. einen Ausbildungsplatz zu vermitteln und sie auf den Einstieg in eine berufliche Grundbildung vorzubereiten.

Individuelle Lösungen
Eine private Form einer Zwischenlösung stellt der Sprachaufenthalt oder Sprachkurs dar, den Jugendliche in der Regel mit der Unterstützung der Eltern organisieren. Sie besuchen in einem anderen Sprachgebiet der Schweiz (oder im Ausland) eine Sprachschule. Meist leben sie in einer Familie und helfen dort im Haushalt und/oder bei der Kinderbetreuung mit (Au-pair). Je nach Verlauf der Pandemie werden solche individuellen Lösungen schwierig umsetzbar sein.

Beispiele